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Eine Änderung in Sicht? Zuhause – private Räume als (un)sichere Orte für Frauen und TINA*- Personen. Ein Essay von Laura Scheef

Steigende Fälle häusliche Gewalt und die Frage nach Sicherheit Die Anzahl an Fällen häuslicher Gewalt steigt und es ist keine Besserung in Sicht. Eher im Gegenteil: Gewalt an Frauen und TINA*-Personen [1] nimmt jährlich zu (Deutschlandfunk.de, 2025). Jeden Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet. Zwei- bis dreimal am Tag wird es versucht ( Bindler , 2025) – von Männern, mit denen diese Frauen eine vertraute Beziehung hatten. Alle vier Minuten wird einer Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner Gewalt angetan. Gewalt in Beziehungen, bedeutet Gewalt, die meist im häuslichen Umfeld ausgeübt wird. Der private Raum, das Zuhause – ist der Ort, der Schutz und Sicherheit schaffen soll ( Sabas , 2024). Können private Räume bzw. ein Zuhause ein sicherer Raum für Frauen und TINA*-Personen sein? Und falls nicht, gibt es sichere Räume für Frauen und TINA*-Personen? Auf diese Fragestellungen wird in der folgenden Argumentation eingegangen und dies wird im ...

Stadtflucht während der Covid-19 Pandemie – Ein kurzfristiger Trend geprägt durch die Krise oder eine langfristige Entwicklung? Ein Essay von Clara Weick

Naturnähe als Wunsch.  Führt die Bewegung wirklich  von der Stadt aufs Land? Foto: Clara Weick Das Thema natürlicher Bevölkerungsdynamiken ist ein viel erforschtes und diskutiertes Feld in der Geographie. Insbesondere Städte und deren Wachstum stehen oft im Mittelpunkt. Mit dem Beginn der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020 rückte das Thema erneut in den Fokus vieler Wissenschaftler*innen, die über mögliche Folgen der Pandemie auf die Bevölkerungsverteilung und die Entwicklung von Städten in Deutschland und weltweit debattierten ( Rink et al. 2022, S. 1ff.). Auch in den Medien wurde diskutiert, ob die Menschen wegen der einschränkenden Auflagen und Maßnahmen in weniger dicht besiedelte Gebiete umziehen werden ( Mitzkat 2021). Die Verbreitung der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, zeigte ebenfalls neue Chancen auf. Insbesondere wohlhabendere Teile der Bevölkerung waren nicht mehr auf die Nähe zum Arbeitsplatz angewiesen und gewannen somit mehr Freiheit bei der Wohnortwahl...

Ostdeutsche Identitäten im wiedervereinten Deutschland - Deklassierungserfahrungen und ihre Auswirkungen in einer postmigrantischen Gesellschaft. Eine Seminararbeit von Alexander Rößner

1        Einleitung Die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 spiegelt einen wichtigen Moment in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wider. Seither gab es vielzählige gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Veränderungen, die bis heute bestehen bleiben. Trotz vereintem Deutschland wird vor allem im ostdeutschen Diskurs die Frage nach der eigenen Identität wiederholt aufgeworfen. Oft wird die Integration der DDR als ein abgeschlossener, erfolgreicher und harmonischer Vereinigungsprozess beschrieben, jedoch berichten die Erfahrungen vieler Ostdeutscher von einer anderen Realität. Der Übergang von einem sozialistischen System zu einer kapitalistischen Marktwirtschaft brachte nicht nur wirtschaftliche und soziale Herausforderungen mit sich, sondern führte auch zu einer tiefen Deklassierung und sozialen Abwertung der ostdeutschen Bevölkerung.   Viele Ostdeutsche fühlen sich bis heute als „Bürger zweiter Klasse“, deren Lebens...