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Stadtflucht während der Covid-19 Pandemie – Ein kurzfristiger Trend geprägt durch die Krise oder eine langfristige Entwicklung? Ein Essay von Clara Weick

Naturnähe als Wunsch.  Führt die Bewegung wirklich  von der Stadt aus Land? Foto: Clara Weick Das Thema natürlicher Bevölkerungsdynamiken ist ein viel erforschtes und diskutiertes Feld in der Geographie. Insbesondere Städte und deren Wachstum stehen oft im Mittelpunkt. Mit dem Beginn der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020 rückte das Thema erneut in den Fokus vieler Wissenschaftler*innen, die über mögliche Folgen der Pandemie auf die Bevölkerungsverteilung und die Entwicklung von Städten in Deutschland und weltweit debattierten ( Rink et al. 2022, S. 1ff.). Auch in den Medien wurde diskutiert, ob die Menschen wegen der einschränkenden Auflagen und Maßnahmen in weniger dicht besiedelte Gebiete umziehen werden ( Mitzkat 2021). Die Verbreitung der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, zeigte ebenfalls neue Chancen auf. Insbesondere wohlhabendere Teile der Bevölkerung waren nicht mehr auf die Nähe zum Arbeitsplatz angewiesen und gewannen somit mehr Freiheit bei der Wohnortwahl ...

Ostdeutsche Identitäten im wiedervereinten Deutschland - Deklassierungserfahrungen und ihre Auswirkungen in einer postmigrantischen Gesellschaft. Eine Seminararbeit von Alexander Rößner

1        Einleitung Die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 spiegelt einen wichtigen Moment in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wider. Seither gab es vielzählige gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Veränderungen, die bis heute bestehen bleiben. Trotz vereintem Deutschland wird vor allem im ostdeutschen Diskurs die Frage nach der eigenen Identität wiederholt aufgeworfen. Oft wird die Integration der DDR als ein abgeschlossener, erfolgreicher und harmonischer Vereinigungsprozess beschrieben, jedoch berichten die Erfahrungen vieler Ostdeutscher von einer anderen Realität. Der Übergang von einem sozialistischen System zu einer kapitalistischen Marktwirtschaft brachte nicht nur wirtschaftliche und soziale Herausforderungen mit sich, sondern führte auch zu einer tiefen Deklassierung und sozialen Abwertung der ostdeutschen Bevölkerung.   Viele Ostdeutsche fühlen sich bis heute als „Bürger zweiter Klasse“, deren Lebens...

Transformation in Ostdeutschland. Eine Hausarbeit von Jolina Störmer

1      Einleitung Foto: Dominique Kauer Nach 40 Jahren ‚Deutsche Demokratische Republik‘ änderte sich das Leben der Menschen in Ostdeutschland im November 1989 quasi über Nacht. Aus der vermeintlichen Fehlkommunikation zwischen dem Gremium der DDR und dem Politbüromitglied Günter Schabowski kam es zu Massenansammlungen von Menschen an den Grenzübergängen der Berliner Mauer. Drei Worte veranlassten die Behörden dazu, die Übergänge gezwungenermaßen zu öffnen und die DDR hinter sich zu lassen. Ein Jahr später hieß es dann nicht mehr ‚Ost‘ und ‚West‘, sondern nur noch ‚Bundesrepublik Deutschland‘. Die DDR hatte sich der BRD angeschlossen. Dabei ist dieser Prozess keineswegs unverhofft gewesen. Im Gegenteil: bereits wenige Jahre nach der Gründung der DDR am 07. Oktober 1949 zeigten sich erste Defizite in der Wirtschaft des Staatssozialismus. Die mangelnde Wirtschaft, fragliche politische Entscheidungen und zunehmende Unzufriedenheit innerhalb der Gesellschaft stellten das...