Von den Grenzen des Rechts, symbolträchtigem Widerstand und post/kolonialem Erbe "Kurz vor Abflug. Ich blicke auf mein Handy – eine Nachricht von F. Den Bildschirmhintergrund ziert eines unserer ersten gemeinsamen Bilder, entstanden beim CSD 1 in Jena. Ich mag dieses Bild und doch drängt sich der Gedanke auf, dass es vielleicht gefährlich sein könnte, wenn mich jemand damit, das heißt mit meiner offenen Queerness, sieht. Was wenn mich jemand nach der Uhrzeit fragt? Oder ich auf meinem Handy etwas übersetzen, vielleicht nach dem Weg fragen muss? Ich tippe auf mein Handy und ändere den Hintergrund. Es fühlt sich ein bisschen wie Verrat, aber auch nach mehr Sicherheit an. Lagencheck: Ich bin straight-passing 2 , cis und weiß, habe keine sichtbare Behinderung und gehe so vermutlich als unauffällige Touristin durch. Das letzte sichtbare Detail: die aktuelle Pride Flag in die Hülle meines Smartphones. Ich drehe sie um. Ich kann mich unsichtbar machen, ein Privileg – und doch bleibt da ...
Aktuelles aus der Professur für Sozialgeographie in Jena.