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Queer(feindlichkeit) in Brasilien. Ein Essay von Christina H.

Von den Grenzen des Rechts, symbolträchtigem Widerstand und post/kolonialem Erbe "Kurz vor Abflug. Ich blicke auf mein Handy – eine Nachricht von F. Den Bildschirmhintergrund ziert eines unserer ersten gemeinsamen Bilder, entstanden beim CSD 1  in Jena. Ich mag dieses Bild und doch drängt sich der Gedanke auf, dass es vielleicht gefährlich sein könnte, wenn mich jemand damit, das heißt mit meiner offenen Queerness, sieht. Was wenn mich jemand nach der Uhrzeit fragt? Oder ich auf meinem Handy etwas übersetzen, vielleicht nach dem Weg fragen muss? Ich tippe auf mein Handy und ändere den Hintergrund. Es fühlt sich ein bisschen wie Verrat, aber auch nach mehr Sicherheit an. Lagencheck: Ich bin straight-passing 2 , cis und weiß, habe keine sichtbare Behinderung und gehe so vermutlich als unauffällige Touristin durch. Das letzte sichtbare Detail: die aktuelle Pride Flag in die Hülle meines Smartphones. Ich drehe sie um. Ich kann mich unsichtbar machen, ein Privileg – und doch bleibt da ...

Geographische Ungleichheit: Der Einfluss von Kapitalakkumulation auf die landschaftliche Gestaltung und ökonomische Struktur Brandenburgs durch die Entstehung der "Tesla Gigafactory".

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Kanzler Olaf Scholz und Tesla-CEO Elon Musk bei der Eröffnung des Tesla-Werks in Brandenburg; Foto: Jens Krick / picture Krick / Flashpic -Ein Essay von Leonard Klein Einleitung Die Menschen haben im Verlauf der Geschichte schon immer Einfluss auf die landschaftliche Gestaltung der Erde genommen.  "The so-called "natural environment" is subject to transformation by human activity. Fields are cleared, marshes drained, cities, roads and bridges built, while plants and animals are domesticated and bred, habitats transformed, forests cut over, lands irrigated, rivers dammed, landscapes grazed [...]" (HARVEY 2011: 184). Doch besonders seit dem Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert hat dieser Einfluss zugenommen und die Entwicklung von Maschinen und der zunehmende Verbrauch von Ressourcen haben ganz neue Dimensionen erreicht. Damals wie heute befindet sich unsere „Lebenswelt in einer ständigen technischen, wirtscha...

"Wie das Verhalten des Kapitals die Entwicklung von Orten beeinflusst - die wandelbare Geschichte von Ferropolis". Ein Essay von Hannes Hochheim

Melt! Festival 2016 auf dem ehemaligen Tagebaugelände Bildquelle: imago/STAR-MEDIA   1 Einleitung Ferropolis – die Stadt aus Eisen. Das mag vielleicht wie der Nachbarort von Futurama und wie ein Projekt der Zukunft klingen. Doch dieses wird es nicht erst in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten geben, es existiert bereits jetzt – und zwar im Herzen von Mitteldeutschland. Der heutige Ort Ferropolis ist bundesweit bekannt als besonderer Veranstaltungsort für zahlreiche Festivals wie beispielsweise Melt!, splash! oder dem United Queer Festival. Besonders macht ihn das Ensemble aus fünf dominanten und ob ihrer Größe monströs wirkenden Kohleförderbagger. Ein Ort, der in diesen Zeiten, in denen tausende von Besuchern dorthin strömen, voller Kreativität, Lebensfreude, Toleranz und Farben ist. Doch so farbig und abwechslungsreich wie die Gegenwart war die Vergangenheit von Ferropolis in keinem Fall. Eigentlich war sie grob formuliert nur eines: braun! Ferropolis trägt seinen heuti...

Erinnerung im öffentlichen Raum: Die Wittenberger "Judensau". Ein Essay von Florian Meyer

Das Wahrzeichen von Wittenberg: Die Stadtkirche St. Marien an der sich das Sandsteinrelief der "Judensau" befindet  Bildquelle: Jüdische Allgemeine/Gregor Zielke 1 Einleitung Erinnerungen im öffentlichen Raum können in Stein gemeißelte Ausdrucksformen  rassistischer, eurozentrischer und patriarchalischer Macht und Herrschaft sein (K ÜBLER  2021: 21), welche seit Jahrhunderten unser Fühlen und Denken und somit das Bewusstsein der  Bevölkerung prägen. Diese Macht kann dabei zum einen durch die architektonische Gestaltung  der Denkmäler, aber auch durch die Bedeutung sowie die mögliche und tatsächliche Nutzung  zum Ausdruck kommen (K ÜBLER 2021: 18). So wird eine spezifische kollektive Erinnerung  konstruiert, welche bestimmte Gruppen verdrängt und deren Geschichte vergisst (K ÜBLER  2021: 19). Stattdessen wird zumeist eine Geschichte von Unterdrückung und Herrschaft  hervorgehoben. AktivistInnen sind bestrebt die Erinnerungskultur zu verände...