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Posts mit dem Label "Covid-19" werden angezeigt.

Beitrag VI: Theorien von Bevölkerung und Schutz nach Foucault bezogen auf COVID-19 (Dominique L. Kauer)

Vor einigen Wochen bekam ich von einer Freundin ein Buch mit einer Vortragsreihe von Foucault geschenkt. Erstaunt stellte ich fest, dass Foucault bereits in seinem ersten Vortrag anhand von Epidemien Machtmechanismen und Sicherheit darstellt. Ich stellte weiter fest, dass Foucault immer wieder über drei Infektionskrankheiten sprach und schrieb und den politischen Umgang mit ihnen als Modell für drei verschiedene Formen des Regierens befand: Lepra, Pest und Pocken. Ich möchte gar nicht groß auf die Entwicklung von Machtmechanismen auf die Bevölkerung oder die verschiedenen Regierungsformen eingehen, sondern nur kurz erwähnen, wie Foucault die Einwirkungen von Bio-Macht auf den Bevölkerungskörper zu seiner Zeit, den 70er Jahren, sieht. Anschließend gehe ich darauf ein, was das für Sicherheitstechniken in Bezug auf Epidemien heutzutage bedeutet und inwiefern Foucaults Theorie in meinen Augen auf die derzeitige Corona-Pandemie zutrifft.  Foucault zufolge sei die Bevölkerung ein grundle...

Erfahrungsbericht zum Geländepraktikum vom 27. bis 31. Juli 2020 im Nationalpark Hainich (Clara Hübner, Sophie Tzschabran und Tim Wenzel)

Gruppenfoto des Geländepraktikums im NP Hainich (Foto: Simon Runkel) Nach Ankunft in dem historischen Ort Bad Langensalza mit seinen verwinkelten Gassen traf sich die Seminargruppe an der Nationalparkverwaltung im Stadtkern der Kurstadt. Im Innenhof der Nationalparkverwaltung gab es eine Begrüßung und Einführung durch den Leiter des Nationalparks Manfred Großmann, hierbei wurde über den besonderen Schutzstatus des Hainich aufgeklärt. Der Nationalpark Hainich ist seit 2011 Teil der UNESCO Weltnaturerbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Er stellt zudem die größte zusammenhängende und gleichzeitig unbewirtschaftete Laubwaldfläche Deutschlands dar. Nach kurzer anschließender Fahrt in die Unterkünfte - das alte Pfarrhaus in Craula und die Jugendherberge Urwald Life Camp in Lauterbach direkt am Rande des Nationalparks - richteten wir uns dort zunächst ein. Bedingt durch die COVID-19 Pandemie verteilte sich die ca. 20-köpfige Seminargruppe...

[Empfehlung] Autoritärer Wandel: Wird die Corona-Krise die Überwachungspolitik ändern? (azadeh-akbari.com/)

Am 30.06.2020 hielt Dr. Azadeh Akbari einen spannenden Vortrag zum Thema Überwachungspolitik und Corona-Krise im ersten digitalen Humangeographischen Kolloquium in Jena. In diesem Vortrag ging sie der Frage nach, ob die Krise autoritäre Überwachungserhältnisse ermöglicht und/oder verstärkt. Diesen Vortrag können Sie  hier  online ansehen.

Beitrag V: Chemtrails of a conspiracy geography – Verschwörungsplattformen als Thema der Geographie? (Marlene Hobbs)

Foto:  baghee58 via Wunderstock ( license ) Mit dem Anstieg der Sichtbarkeit von Verschwörungserzählungen und ihrer medialen Inszenierung im Zuge der Corona-Pandemie stellt sich die Frage nach der Rolle einer Geographie, die kritisch auf derartige gesellschaftliche Phänomene schaut. Aktuell bilden Verschwörungstheorien und Argumentationen gegen sie einen beachtlichen Teil des Diskurses um die COVID-19-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung (Schröder 2020). Die Verbreitung von Verschwörungserzählungen ist zwar nichts Neues. Zudem gibt es jeweils deutliche Unterschiede in ihrer Gefährlichkeit und Nutzbarmachung durch die extreme Rechte (Peitz 2020). Jedoch besteht die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Bedeutung vor allem aufgrund der Aspekte, die mit Verschwörungstheorien häufig transportiert und befördert werden: Antisemitismus, Antifeminismus, Rassismus, Männlichkeitsphantasien und Wissenschaftsfeindlichkeit. Wie kann eine Auseinandersetzung mit diesen The...

Beitrag IV: Ist, wenn jeder an sich selbst denkt, an alle gedacht? Überlegungen zu Atmosphären der Solidarität (Simon Runkel)

Graphic Recording des Vortrags vom 30. April 2020 (freundlicherweise zur   Verfügung gestellt von AJA Berlin) In der pandemischen Gegenwart ist Solidarität ein oft gebrauchter Begriff. Die folgenden Skizzen zum Begriff der Solidarität sind weniger eine theoretische Annäherung an als eine essayistische Umkreisung um den Begriff. Der Beitrag wurde als geopoetischer Impuls im Kontext einer als Digitalkonferenz des AJA – Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch / IAC Berlin am 30. April 2020 abgehaltenen Werkstatt zur „Zukunft des Ehrenamts“ gehalten. Es werden – lediglich heuristisch – vier Perspektiven auf Solidarität angedeutet, die von einer anthropologisch-phänomenologischen, über eine gemeinschaftstheoretische und gesellschaftskritische Dimension von Solidarität zur geo-sozialen Frage eine planetarischen Solidarität reichen. 1. Atmosphären der Solidarität: können wir anders als helfen? Zu Beginn eine anthropologische Frage: können wir als Menschen anders a...

Beitrag III: Solidarität der Nationalstaaten in Zeiten von Corona? (Dominique L. Kauer)

Permanente europäische Außengrenzen (Foto: Dominique L. Kauer) Seit Wochen befinden wir uns in einem Europa der geschlossenen Grenzen. Trotz der medialen Kritik von Virolog*innen wie Brockmann und Stürmer (2020) und deren Appell, nur Risikogebiete anstelle ganzer Staatsgrenzen abzuriegeln, beschlossen die europäische Staaten Anfang März ihre nationalen Grenzen zu schließen und ließen so die europäische Idee in die Knie gehen. Dass diese Entscheidungen unilateral gefällt wurden und ohne Absprache mit den europäischen Institutionen, sei hier nur kurz erwähnt. Noch nie waren so viele Menschen gegenseitig voneinander abhängig wie heute und auch die Abschaffung der Binnengrenzkontrollen in der EU durch das Schengener Abkommen 1990 trug dazu bei. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurden soziale und wirtschaftliche überregionale Beziehungen gefestigt. Wenn sich beispielsweise polnische Ärzt*innen im Krankenhaus in Schwedt jetzt Gedanken um die moralischen und wirtschaftlichen Folge...

Beitrag II: Ein Bericht über die aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise in Ecuador (Ale Breuer)

Blick auf Quito (Foto: Ale Breuer) Die Welt in Zeiten einer globalen Pandemie. Seit einigen Wochen erleben wir auch in Deutschland, was es bedeutet, durch den Quarantäneaufruf weitgehend zuhause zu bleiben. Was es bedeutet, wenn Einkommen und Arbeitsplatz unsicher werden und Sozialkontakte stark eingeschränkt sind. Die Nachrichten, die zuerst aus China, dann auch aus dem Iran und Italien zu uns herüber schwappten, beschreiben immer mehr auch unsere Realität. Ich habe Menschen sagen hören, dieses Virus sei seit langem die erste Bedrohung, die alle Menschen weltweit gleichermaßen betreffe. Corona mache immerhin vor niemandem halt und jeder könne sich anstecken. Das ist grundsätzlich richtig, lässt aber viele, wenn nicht die meisten Ebenen, auf denen diese Krise Einfluss nimmt, völlig außer Acht. Was dabei nämlich vergessen wird ist, dass die Ungleichheiten, die schon zuvor allzu allgegenwärtig in der Welt waren, durch die Krise nicht verschwinden. Ganz im Gegenteil: Sie werden...

Beitrag I: Altenpflegeheime als verschärfte Heterotopien (Dominique L. Kauer)

(Foto: Dominique L. Kauer) Aktuell befindet sich die Gesellschaft in einem sogenannten „Ausnahmezustand“. Wobei zu dem Begriff derzeit sowohl rechtliche als auch sozialwissenschaftliche Debatten entstanden sind (vgl. Agamben 2020; Klafki 2020). Regierungen versuchen die Ausbreitung des Coronavirus mithilfe von politischen Maßnahmen zu verlangsamen. Der Hashtag #flattenthecurve geht durch das Netz. Damit einhergehend wird weltweit zu Disziplinierungsmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und -sperren gegriffen. Lückenlose Kontrolle aller Grenzen und Übergänge in Staaten, Bundesländer und Städten und die Anweisung aller Bürger*innen, möglichst Zuhause zu bleiben, sind beispielsweise in Deutschland zu sehen. Während die Mehrheit der Gesellschaft allerdings durch Spaziergänge und Videoanrufe soziale Kontakte aufrechterhalten kann, sind derzeit Menschen in Pflegeheimen ausschließlich dem Personal überlassen. Bundesweit sind Besuche bei Verwandten und Bekannten entweder ganz verboten od...

Blog-Serie »Sozialgeographische Beobachtungen in der Covid-19-Krise«

Die gegenwärtige Krise hält uns in Atem. In bisher ungekanntem Ausmaß trifft die Covid-19-Krise auf unsere gesellschaftliche Ordnung und verändert radikal unseren Alltag. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen mit dem Virus erweisen sich dabei als ein großes Sozialexperiment. Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen einzuordnen und zu verstehen, fällt nicht leicht. In diesem Blog bietet sich die Möglichkeit für Studierende und Mitarbeitende der Geographie in kurzen Beiträgen, Gedankenanstöße zu geben sowie Literaturempfehlungen und Alltagsbeobachtungen zu teilen. Wir freuen uns über jede*n, der daran mitwirken möchte. Auch unfertige Überlegungen und offene Fragen sind herzlich willkommen. Im gemeinsamen Austausch können wir diese Krise überstehen und auch kollektiv sozialgeographische Erklärungen für die Geschehnisse suchen. Wer sich daran beteiligen möchte, kann einen Textvorschlag oder eine Idee an simon.runkel@uni-jena.de schicken! Bl...